Den gibt’s in keiner Cocktailbar:

der Wehencocktail

Wenn die Übertragung des Kindes droht oder die werdenden Eltern es einfach nicht mehr abwarten können, den Nachwuchs in den Armen zu halten, gibt es einen auf natürlicher Basis beruhenden Wehencocktail, dessen Rezeptur zur guten Hebammen-Heilkunst zählt und Wehen fördern soll.

Als Grundlage des gemixten Wehencocktails dient meist ein leckerer Saft, der den bitteren Geschmack der weiteren Zutaten überdecken soll. Ein Standardmittel des Wehencocktails zum Wehen anregen ist nämlich immer Rizinusöl: ein wenig wohlschmeckendes Abführmittel, das zu starken Kontraktionen der Darmmuskulatur führt. In Vermischung mit Sekt, Mandelmus und Aprikosensaft kann der Wehencocktail dann zuhause geschlürft werden – die Wirkung wird nicht lange auf sich warten lassen.

Tritt die abführende Wirkung dann ein, scheint dem Körper der Schwangeren angezeigt zu werden: es geht los. Und beantwortet die heftigen Darmbewegungen mit einsetzenden Wehen. Die einander benachbarten Trakte von Darm und Gebärmutter halten sich mithilfe des Wehencocktails in Gang; der einem Einlauf gleichkommende angenehmere Wehencocktail bietet so eine gute Alternative für alle ungeduldigen Schwangeren.

Doch Vorsicht! Ist der Muttermund nicht ausreichend geöffnet, hilft auch ein reger Darm nicht beim Gebären, und der ausgelöste Durchfall schwächt die Schwangere noch vor der Stunden währenden Höchstleistung, die sie noch zu erbringen hat. Wehen einleiten ist nicht immer der richtige Weg.

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